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Weihnachtsgeschichte 2007
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Liebes Christkind !
Deine Absíchten sind sicher die Besten,
und was du so bringst zu den Festen,
ist wirklich sehr reichlich und ganz wunderbar,
bloß falsch verteilt, wenn nicht ungerecht gar!
Du kommst halt nur einmal im Jahr,
und da ist es doch sonnenklar,
dass du überhaupt keine Ahnung hast,
wer was braucht und zu wem was passt!
Drum kriegen die, die eh schon alles haben,
von dir noch sackweise sündteure Gaben,
und wer arm wie eine Kirchenmaus,
geht leider meistens leer bei dir aus.
Du hättest das sicher gern umgekehrt,
also sei dahingehend von mir belehrt:
Was du bisher an Nachbars Evi verschwendet,
hättest du besser gerechterweise mir gespendet.
Nachbars Evi hat hundert Bücher, liest aber keins.
Ich würd gern Bücher lesen, hab aber nur eines.
Puppen hat die Evi mindestens zehn,
die können Pipi machen und selber gehen.
Meine einzige Puppe hat unser Hund zerrissen,
Arme und Beine auf tausend Fetzen zerrissen.
Tat er garantiert nur, weil er ewig Hunger hat,
bei uns wird nämlich nicht einmal das Hundevieh satt.
Und Mama sagt, für neue Spielsachen
kann sie nicht auch noch Schulden machen.
Statt Nachbars Evi die elfte Puppe zu schenken,
solltest du endlich an mich einmal denken.
Auch wenn es dir Nachbars Evi sicher übel nimmt:
Bring heuer einfach zu Tür 7, was für Tür 8 bestimmt!
PS:
Kann diesen Brief ja nicht zu dir raufschicken,
drum werd ich ihn an die Nachbartür picken,
wo du ihn, wenn du kommst, auf alle Fälle sehen musst,
also nimmer sagen kannst: Das hab ich ja nicht gewusst !
Christine Nöstlinger